Interview: Mobile Geräte im Schulnetz der paed.ML® – mit iPads und Tablets sicher unterrichten

Im Gespräch mit Alfred Wackler: Warum Schulen von paed.ML® Windows 5.4 profitieren

Mit Version 5.4 macht die paed.ML® Windows einen großen Schritt nach vorn. Erstmals wird Relution in die paed.ML® integriert. Das Mobile Device Management kann mobile Geräte verschiedener Betriebssysteme sicher und datenschutzkonform verwalten. Darauf hatten viele Schulen gewartet. Im Interview erklärt uns Alfred Wackler vom LMZ, warum er sich auf das nächste Update besonders freut. Außerdem sprachen wir darüber, wie sich die IT-Schullösung paed.ML® in den letzten 20 Jahren verändert hat und woher die Impulse für neue Entwicklungen kommen.

Du bringst langjährige Erfahrung mit der paed.ML® mit. Du hast selbst entwickelt und leitest zwei Entwickler-Teams. Wie hat sich die schulische IT-Lösung in den letzten 20 Jahren aus Deiner Sicht verändert?

Die pädagogischen Musterlösungen (paed.ML®), wie sie ursprünglich an den Start gegangen sind, sind mit den paed.ML®-Lösungen von heute kaum mehr vergleichbar. Vor 20 Jahren war die paed.ML® noch eine Ein-Server-Lösung, die in der Schule klassisch auf Hardware installiert wurde. Heute haben wir Multi-Server-Lösungen, die wesentlich mehr Dienste zur Verfügung stellen und virtualisiert auf Basis einer Software, wie zum Beispiel mit VMware, ausgeliefert werden. Die Geräteausstattung hat sich in Schulen geändert: Der Trend geht zu mobilen Geräten mit Tablets, Laptops und Smartphones – vor 20 Jahren dominierte noch der klassische Computerraum. Damit sind die Anforderungen an das Gerätemanagement enorm gestiegen. Immer mehr Schulen brauchen ein Mobile Device Management-System, um die tragbaren Geräte im Unterricht gut managen zu können. Wer mobil arbeiten möchte, braucht Zugriff auf einen cloudbasierten Speicher. In der paed.ML® gibt es deswegen eine Schnittstelle zu Nextcloud. All diese Veränderungen haben Auswirkungen auf die Entwicklung, den Betrieb und Support. Weil die Bandbreite der paed.ML® immer größer und komplexer geworden ist, ist auch die Entwicklungsarbeit anspruchsvoller geworden. Entsprechend größer ist auch der Administrationsaufwand im Support. Installationen und Updates werden deswegen, anders als früher, vornehmlich von geschulten IT-Dienstleistern durchgeführt.

Alfred Wackler ist Teamleiter von paed.ML Windows und paed.ML Novell (Entwicklung und Support). Als langjähriger Mitarbeiter am LMZ kennt er die Entwicklungsgeschichte der paed.ML sehr gut. Wir sprachen mit ihm darüber, wie sich die IT-Lösung in den letzten 20 Jahren verändert hat, warum die Anforderungen an die schulische IT größer geworden sind und weshalb Mobile Device Management-Systeme in Schulen zunehmend an Bedeutung gewinnen. | Foto: Marlene Feller, LMZ

„Weil die Bandbreite der paed.ML® immer größer und komplexer geworden ist, ist auch die Entwicklungsarbeit anspruchsvoller geworden."

Als Teamleiter triffst du Entscheidungen über neue Features. Wie entstehen Updates für die paed.ML®? Woher kommen die Impulse?

Impulse für neue Entwicklungen kommen aus verschiedenen Richtungen: Unsere Entwickler beobachten den Markt und aktuelle Trends im Bildungsbereich. Wichtige Anregungen erhalten wir von Schulen. In meinen Teams arbeiten auch Lehrkräfte, die die paed.ML® an ihrer Schule testen und uns wertvolle Erfahrungen aus der Praxis spiegeln. Dann gibt es noch Schulnetzberaterinnen- und -berater sowie regionale Multiplikatoren. Ihr Feedback ist ebenfalls wichtig, wenn es darum geht, Neues anzudenken. Welche Ideen wir umsetzen, entscheiden wir gemeinsam im Team, priorisieren sie und fassen sie in einer Roadmap mit Jahreszielen zusammen.

In wenigen Wochen wird paed.ML® Windows 5.4 erscheinen – ein Update, auf das Ihr besonders stolz seid. Warum?

In der Version 5.4 haben wir ein Mobile Device Management integriert. Das stand schon lange ganz oben auf der Wunschliste vieler Schulen. Deshalb war es mir ein großes Anliegen, das umzusetzen. Wir haben intensiv nach einer MDM-Lösung gesucht, die verschiedene Gerätetypen unterstützt und gleichzeitig datenschutzkonform ist. Mit „Relution for Education“ haben wir genau das gefunden. Das MDM bedient iOS, Android, ChromeOS und Windows – also die komplette Bandbreite mobiler Endgeräte. Die App-Verteilung lässt sich einfach über die Schulkonsole steuern. Und das Beste: Alle Daten bleiben im Schulnetz, direkt auf dem Schulserver. Die Integration in die paed.ML® hat technisch super funktioniert. Da haben unser Entwicklerteam und die Kolleginnen und Kollegen wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Darauf sind wir stolz.

„Relution bedient iOS, Android, ChromeOS und Windows – also die komplette Bandbreite mobiler Endgeräte."

Was sollte eine Schule beachten, wenn sie „Relution for Education“ in der paed.ML® Windows zukünftig nutzen möchte? Gibt es spezielle Voraussetzungen oder Vorbereitungen?

Ja, es braucht einige Anpassungen an der Firewall, ein leistungsfähiges WLAN und eine entsprechende Serverinfrastruktur. Mit dem Update auf Windows 5.4 sind drei zusätzliche Maschinen notwendig und diese benötigen entsprechende Ressourcen. Mit der anstehenden Veröffentlichung des Updates werden wir den Schulen auch eine Anleitung zur Verfügung stellen. Darin sind alle technischen Anforderungen genau beschrieben.

Was, wenn eine Schule lieber ein anderes MDM nutzen oder ganz darauf verzichten möchte? 

Alles ist möglich. Relution ist ein Angebot – kein Muss. Wer schon ein gut funktionierendes MDM im Einsatz hat, braucht nicht zu wechseln. Einige Schulen setzen zum Beispiel Jamf School ein, das Apple-Geräte verwalten kann. Für dieses MDM bieten wir auch eine Anleitung an. Ich möchte dennoch betonen: Wer sich für Relution entscheidet, profitiert gleich mehrfach: Es ist in die paed.ML®-Schulkonsole integriert, läuft auf allen gängigen Plattformen und erfüllt höchste Datenschutzstandards. Letztendlich liegt die Entscheidung aber bei den Schulen.

Sind Schulungen notwendig, um Relution in der Praxis nutzen zu können?

Relution ist kein Selbstläufer. Das heißt, wer damit arbeiten möchte, muss sich damit etwas auseinandersetzen. Ich gehe davon aus, dass viele IT-Dienstleister bereits Erfahrung mit einem MDM gemacht haben. Sie werden wenig Schwierigkeiten bei der Einarbeitung haben. Neueinsteiger/-innen sollten sich etwas Zeit nehmen und sich mit der Software befassen, auch um alle Möglichkeiten von Relution voll ausschöpfen zu können.

Was kostet Relution und wie können Schulen die Lizenzen erwerben?

Schulen, die das Update auf paed.ML® Windows 5.4 installieren, können über eine Schnittstelle Relution integrieren. Sie erhalten dann sechs Lizenzen vom Hersteller, um Relution im Mini-Betrieb zu testen. Diese Lizenzen sind kostenfrei. Entscheidet sich dann eine Schule, diese Lösung einzusetzen, und möchte weitere Lizenzen kaufen, muss sie sich direkt an den Hersteller wenden und dort die regulär gültigen Preise erfragen.

Wie sieht es mit paed.ML® Linux und paed.ML® Novell aus? Soll dort auch Relution integriert werden?  

Ja, für paed.ML® Linux ist die Integration von Relution ebenfalls vorgesehen. Die Entwicklerteams von paed.ML® Linux und paed.ML® Windows arbeiten hier Hand in Hand. Was das paed.ML® Windows Team schon geleistet hat, geben wir an die Kolleginnen und Kollegen weiter. So profitieren wir von Synergien. paed.ML® Novell hat bereits mit ZENworks ein sehr gut funktionierendes Mobile Device Management. Hier wird es keine Änderungen geben.

Wie werden KI und neue Lerntechnologien die Weiterentwicklung der paed.ML® beeinflussen?

Ich würde perspektivisch die Integration von KI in die paed.ML® nicht ausschließen, ob ein bzw. welcher Mehrwert hierdurch entsteht und welcher Aufwand dafür erforderlich ist, muss von den Entwicklergruppen erst noch bewertet werden.  

Lieber Alfred, ich danke Dir für das Gespräch.

 

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