LMZ nachgefragt – Was ist OPSI?

Im Interview mit Johannes Albani: Wie OPSI den Schulalltag erleichtert


Die Open-Source-Software OPSI richtet Schulcomputer automatisch ein, verteilt Programme und sorgt für eine reibungslose Softwareverteilung in der paed.ML. Johannes Albani vom Team paed.ML Linux erklärt, wie Lehrkräfte und IT-Verantwortliche davon profitieren.

Vor einiger Zeit veranstaltete das LMZ ein Webinar zum Thema „OPSI-Paket-Bau, OPSI-Kiosk-Modus und OPSI-Auto-Update“. Auch wenn der Titel zunächst sehr technisch klang, stieß die Veranstaltung auf großes Interesse. Zu den Teilnehmenden zählten schulische Netzwerkbetreuende und Lehrkräfte, die wissen wollten, wie man eigene OPSI-Installationspakete erstellen kann. 

Aber was genau ist eigentlich OPSI? Was kann man damit machen? Wie profitieren Schulen von OPSI? Welche Funktion übernimmt OPSI in der paed.ML? Darüber sprachen wir mit Johannes Albani.

Johannes Albani ist Lehrer für Mathematik und Informatik an einer Berufsschule und Mitarbeiter im Team paed.ML Linux am LMZ. Dort beschäftigt er sich mit der Softwareverteilung mit OPSI. Foto: Johannes Albani (bearbeitet)

Was ist OPSI in einfachen Worten erklärt? 

OPSI steht für „Open System Integration“ und ist eine Open-Source-Software der Firma uib in Mainz. Damit kann man heterogene IT-Umgebungen mit vielen Geräten zentral verwalten. In Schulen wird OPSI deswegen als Client Management System geschätzt. Vorteil: Es lassen sich damit beliebig viele Schul-PCs automatisch installieren, einrichten und warten, ohne dass man jeden Rechner einzeln anfassen muss. Aus meiner Sicht ist OPSI das Herzstück, was die Clientverwaltung in der Schule angeht.

OPSI ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der paed.ML. Welche Funktionen übernimmt OPSI in der IT-Lösung? 

OPSI kann Betriebssysteme automatisch installieren, Software auf viele Rechner verteilen und aktualisieren, defekte Rechner wiederherstellen und per Netzwerk neu aufsetzen. 

Du betreust die Schul-IT an einer großen Berufsschule. Wie lässt Du Dich von OPSI unterstützen, wenn Du einen neu angeschafften Computer im Schulnetz einrichten sollst? 

Als Admin einer Schule würde ich den neuen PC einmal im System anlegen und dann OPSI sagen, welches Betriebssystem installiert werden soll – etwa Windows 11. Anschließend übernimmt OPSI den Großteil der Arbeit automatisch. Das läuft über ein kleines Programm, das die Festplatte vorbereitet und schließlich das Betriebssystem installiert. So könnte ich beliebig viele Rechner eines Computerraumes mit einem neuen Betriebssystem ausstatten lassen. Dieser erste Schritt wird über Netboot-Produkte von OPSI ausgeführt: Diese booten über das Netzwerk und verteilen Betriebssysteme. Damit ist der Computer erst mal startklar mit Windows 11. Jetzt folgt der zweite wichtige Schritt: Die Softwareverteilung. Hierzu wird auf Windows ein OPSI Client-Agent installiert. 

Was macht ein OPSI Client-Agent?

Der OPSI Client-Agent ist ein kleines Programm, das auf jedem Schul-Computer installiert wird. Seine Aufgabe ist es, Aufträge auszuführen. Dazu kontaktiert er beim Start des Rechners den OPSI-Server und fragt: „Hey, gibt es was Neues zu tun? Gibt es neue Updates oder neue Installationspakete für den Client?“ Wenn das der Fall ist, führt der Client-Agent die Befehle am Computer aus.

Und wie könnte so ein Befehl lauten?

Normalerweise lautet der erste Auftrag: „Installiere bitte die Software, die der Administrator vorher festgelegt hat.“ Wir vom LMZ haben einige Softwareprodukte vorgegeben, die standardmäßig installiert werden sollen. IT-Administratoren können diese Liste bei Bedarf um weitere Software ergänzen. Der OPSI-Server arbeitet das dann ab und verteilt die Programme auf die gewünschten Computer, ohne dass ich weiter eingreifen muss. Ich kann den Prozess starten und nach einiger Zeit sind die Geräte fertig eingerichtet.

„Wenn alles gut vorbereitet ist, arbeitet der Computer selbständig, installiert Windows und die benötigte Software, sodass sich die Schülerinnen und Schüler anschließend anmelden und direkt starten können. Das ist das Ziel von OPSI." 
 

Was braucht eine Schule, die OPSI nutzen möchte?

Eine Schule braucht entweder eine paed.ML Linux oder eine paed.ML Windows. In beiden Lösungen ist der OPSI-Server integraler Bestandteil mit einer Lizenz für bis zu 500 Client-PCs. Hat eine Schule mehr als 500 Clients im Einsatz, muss sie zusätzliche Lizenzen beim Hersteller uib erwerben.

Welche Vorteile bietet OPSI für den schulischen Einsatz?

Statt beispielsweise 100 PCs einzeln einzurichten, was zeitlich gar nicht abbildbar wäre, kann man die Installation mit OPSI einmal konfigurieren und anschließend auf alle Geräte ausrollen. Aber auch bei kleineren Gerätezahlen braucht eine Schule aus meiner Sicht ein Client Management, das Software zentral verwalten und verteilen kann. 

Ein weiterer Vorteil ist der Datenschutz: OPSI kann unabhängig von externen Cloud-Diensten genutzt werden, die Kommunikation ist verschlüsselt und die Installation erfolgt auf dem schuleigenen Server im eigenen Netzwerk. Auch aus Kostensicht halte ich OPSI für eine sehr gute Lösung im Bildungsbereich. 

Eine Software lässt sich nur im OPSI-Format verteilen. Was können Schulen machen, wenn die Schulsoftware dieses Format nicht hat?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Erstens: die Arbeitsgruppe „Software im Netz“ (SoN) am LMZ: paed.ML-Kunden können auf Anfrage Software kostenfrei paketieren lassen. Fertige OPSI-Pakete veröffentlicht das LMZ anschließend in einem Produktkatalog auf dem Portal. Zweitens: Viele Schulen haben einen IT-Dienstleister, der ebenfalls ein OPSI-Paket erstellen kann. Drittens: Selbst erstellen. Sehr versierte Personen können mit dem OPSI-Setup-Detektor die Software analysieren und in kurzer Zeit ein Paket erstellen – vorausgesetzt, die Software ist nicht zu exotisch. Viertens: Über Tutorials und Webinare, die ich mit einem Kollegen erstellt habe, kann man sich einarbeiten und die Pakete selbst erstellen.  

Welche IT-Kenntnisse sollten Lehrkräfte mitbringen, die sich selbst an das OPSI-Pakete-Erstellen wagen möchten?

Das Webinar dauert ungefähr eine Stunde. Ich bin der festen Überzeugung: Jede bzw. jeder kann es schaffen, wenn man sich strikt an das Skript hält und jeden einzelnen Schritt durchführt. Kleinere Pakete kann man mit genug Ehrgeiz sehr gut als Anfängerin bzw. Anfänger schaffen. Als Lehrer sage ich: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und die genaue Wegbeschreibung bzw. der exakte Klickpfad wird im Webinar erklärt. Nur Mut – Das ist kein Hexenwerk!

Was heißt ein „Paket erstellen“ im Kontext der paed.ML?

Der OPSI-Server in der paed.ML braucht eine Art fertiges Rezept, um zu wissen, wie und wohin eine Software installiert werden soll. Dafür muss sie als OPSI-Installationspaket im passenden Format vorliegen. Ist das noch nicht der Fall, muss ein solches Paket zunächst erstellt werden. Es besteht aus der eigentlichen Software, meist einer aus dem Internet heruntergeladenen .exe-Datei und einer Sammlung von Steuerbefehlen. Das Paket übermittelt dem Server dann die richtigen Informationen zur Installation.

Du bist Lehrer und Admin an einer Berufsschule. Was schätzt Du an OPSI bei Deiner täglichen Arbeit?

Wenn alles optimal eingerichtet ist, merkt die Lehrkraft von OPSI eigentlich nichts. So soll es auch sein. Die Software arbeitet im Hintergrund wie ein Heinzelmännchen: Sie sorgt dafür, dass Windows funktioniert, dass Programme auf dem aktuellen Stand sind und dass die gewünschte Lernsoftware, je nach Fach und Klasse, auf den richtigen Schüler-Clients landet – lange bevor die Lehrkraft den Klassenraum betritt. Fällt ein Computer mal aus, ist das kein Grund zur Panik. Ich öffne OPSI und ich sage, “repariere mir diesen Computer” und nach etwa einer Stunde ist der Rechner wieder betriebsbereit.

Lieber Johannes, herzlichen Dank für das Gespräch.